Funktion trifft Stil: Die Outdoor2Business-Wear von Ben Weide

Ben Weide ist kein gewöhnlicher Modemacher – er denkt Mode neu und revolutioniert die Business Wear. Mit seinem Label vereint er das Beste aus zwei Welten: die Funktionalität von Outdoor-Wear und die Eleganz von Business-Mode. Statt steifer Anzüge gibt’s bei ihm smarte Hybrid-Looks wie den „Suiddy“ – eine stylishe Mischung aus Suit und Hoody. Seine Kleidung ist gemacht für Männer, die sich nicht zwischen Komfort und Stil entscheiden wollen. Produziert wird direkt vor den Toren Berlins, fair und nachhaltig. Bei Ben Weide gibt’s keine Massenware, sondern echte Lieblingsstücke mit Charakter. Wer ihn trifft, merkt schnell: Hier brennt jemand für seine Vision – und steckt damit an!
Im Interview verrät Ben, wie ihn persönliche Bedürfnisse zur Outdoor2Business-Wear inspirierten, warum er auf kurze Produktionswege setzt und wie er es schafft, Mode und Nachhaltigkeit unter einen Hut zu bringen.


Ben, du bist als Quereinsteiger in die Modebranche gekommen und hast trotzdem mit deinem Label großen Erfolg erzielt. Was hat dich dazu bewegt, in eine für dich zunächst fremde Branche einzusteigen, und welche Herausforderungen hast du dabei erlebt?
"Ja, ich habe tatsächlich vorher BWL und Englische Literatur studiert – das Studium in London war ein echter 180-Grad-Change für mich. Ich wollte was Eigenes machen, etwas mit Substanz. Anfangs waren wir auf der Fashion Week, aber das war für Männermode total irrelevant und einfach nur teuer. Der Einstieg war nicht leicht – ohne Netzwerk und Background musst du doppelt liefern, um ernst genommen zu werden."
Du hast das Konzept der Outdoor2Business-Wear entwickelt. Was genau verstehst du unter diesem Begriff, und welche praktischen Vorteile bietet diese Art von Mode im Alltag der Träger?
"Vorher habe ich bundesweit Energiesparlösungen vertrieben – war also ziemlich viel unterwegs, viel im Außendienst. Dabei habe ich selbst nach Mode gesucht, die tragbar, waschbar und langlebig ist. Genau daraus ist dann die Idee zur Outdoor2Business-Wear entstanden: Kleidung, die den Komfort und die Funktionalität von Outdoor-Wear hat, aber gleichzeitig bürotauglich aussieht. Praktisch heißt das: Du kommst nicht verschwitzt oder verknittert zum Termin, musst nicht ständig in die Reinigung, und sie hält einfach länger durch – im Alltag genauso wie auf Reisen."
Deine Kollektionen für Ben Weide zeichnen sich durch innovative Kreationen aus, wie den Suiddy einem Mix aus Suit und Hoody, der Sportlichkeit mit Eleganz kombiniert. Was war die Inspiration für diesen Mix, und warum denkst du, dass er so gut ankommt?
"Wir haben eigentlich immer Cross-Over gemacht: Es gibt den Suiddy, aber auch den Voody – eine Mischung aus Weste und Hoody – oder das Sacket, eine Kombination aus Sakko und Jacket. Ich selbst habe eine klassische Rein-Raus-Jacke gesucht, etwas für den Alltag – ob auf der Baustelle oder dem Fahrrad. Sie sollte trocken halten, gut aussehen und easy zu pflegen sein. Diese Mischung aus Funktion und Stil spricht viele an, weil sie das Leben einfach unkomplizierter macht – und dabei trotzdem gut aussieht."
Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil deines Labels, angefangen bei den verwendeten Materialien bis hin zur Produktion in der Nähe von Berlin. Warum hast du dich entschieden, in der Region zu produzieren, und welche Herausforderungen bringt diese Entscheidung mit sich?
"Wir haben von Anfang an den Weg als umweltschädlichstes Kriterium verstanden. Ich habe damals sogar meine Masterarbeit über das Label geschrieben – und mir wurde klar: Eine Jacke aus Öko-Wolle, die in Asien gefertigt und dann per Flieger nach Deutschland kommt, ist einfach eine Umweltsünde. Unsere Stoffe kommen aus Deutschland und Österreich, die kann man waschen, und wir arbeiten seit über 12 Jahren mit denselben Tuchmachern zusammen. Die Produktion in der Nähe von Berlin ist eine bewusste Entscheidung – für kurze Wege, faire Bedingungen und volle Kontrolle. Klar, das ist teurer und aufwändiger, aber dafür auch ehrlich und nachhaltig."


In deiner Arbeit kombinierst du verschiedene feine Tierhaare wie Merino, Kaschmir und Vikunja. Wie wählst du das richtige Material für jedes Design, und welche Eigenschaften dieser edlen Materialien begeistern dich besonders?
"Es ist purer Luxus, diese edlen Materialien verwenden zu dürfen. Ein Kunde hat mal von der „Erotik der Materialien“ bei uns gesprochen – das fand ich ziemlich treffend. Ich liebe Kaschmir, und eine Jacke, die über viele Jahre Freude macht, sollte von bester Qualität sein. Für jedes Design überlegen wir genau: Was muss das Teil können, wie soll es sich anfühlen, wie lange soll es halten? Lieber einmal etwas Vernünftiges kaufen als zehnmal billige Fast-Fashion. Qualität spürt man einfach – und sie bleibt."
Du arbeitest für fast alle deine Designs mit Loden. Was macht Loden zu einem besonderen Material für deine Designs, und warum hast du dich entschieden, diesen Stoff in deinen Kollektionen zu verwenden?
"Loden ist langlebig und sehr strapazierfähig – genau das, was wir suchen. Natürlich ist ein Kaschmirloden feiner und sensibler als ein robuster Bio-GOTS-Loden von deutschen Schafen, aber beide haben ihre Berechtigung. Für den Sommer arbeiten wir auch mit Baumwolle oder leichten Tweed-Stoffen – die sind fluffig, leicht und bringen mehr Luftigkeit rein. Loden gibt uns die Möglichkeit, zeitlose Stücke zu schaffen, die funktionieren – draußen wie drinnen, elegant und trotzdem praktisch."
Die Kombination aus Outdoor-Elementen und Business-Designs hebt dein Label hervor. Welche funktionalen Eigenschaften müssen Kleidungsstücke heute haben, um den Bedürfnissen von modernen, aktiven Männern gerecht zu werden?
"Ich bin gerade auf dem Weg zur Cyclingworld, und wir stellen auch auf der Velo aus – alle unsere Jacken sind fahrradtauglich. Aber sie funktionieren eben nicht nur auf dem Rad: Mein Vater trägt sie zum Golfen, meine Schwester hält gerne Vorträge darin und nutzt sie auf Reisen. Genau darum geht’s – moderne Kleidung muss mit dem Leben mitgehen. Sie soll funktional sein, bequem, wetterfest und trotzdem stilvoll. Einfach anziehen und los – egal, wohin der Tag führt."
Das Label Ben Weide legt großen Wert auf Limited Editions. Was bedeutet diese Exklusivität für dich und deine Kunden, und wie beeinflusst sie den gesamten Designprozess?
"Wir bieten unseren Kundinnen und Kunden immer etwas Neues – das ist uns wichtig. Besonders edle Teile gibt es bei uns nur in kleinen Stückzahlen. Unsere langjährigen Kund:innen wissen das und kommen auf Messen wie der Blickfang schon am Freitag, weil manche Jacke wirklich nur ein einziges Mal in genau dieser Größe existiert. Diese Exklusivität macht jedes Teil besonders – und beeinflusst natürlich auch den Designprozess: Wir können experimentieren, mutiger sein, und genau das macht den Reiz aus – für uns und für die, die es tragen."
Du nimmst seit Jahren an den Blickfang Designmessen teil. Welche Rolle spielt die direkte Interaktion mit den Besucher:innen auf der Blickfang und anderen Events für dich und dein Label? Hast du hier besonders prägende Begegnungen gemacht?
"Blickfang ist für uns eine der Messen mit der besten Kundeninteraktion. Ich habe manchmal Kunden schon im Kopf, für die ich dann eine passende Weste entwerfe oder das ideale Hemd zur Jacke. Viele bringen sogar ihre Jacken aus den Vorjahren mit, und dann suchen wir gemeinsam die perfekte Ergänzung dazu raus. Diese Nähe ist super wertvoll – da entstehen echte Gespräche, ehrliches Feedback und oft auch richtig schöne, persönliche Begegnungen, die einen lange begleiten."

Da du schon an verschiedenen Blickfang-Standorten mit dabei warst, kannst du uns verraten wie sich die Besucher:innen und die Atmosphäre von Messe zu Messe unterscheiden? Gibt es besondere Herausforderungen oder Chancen, die du bei den verschiedenen Veranstaltungen erlebt hast?
"Ich mag die unterschiedlichen Standorte – als gebürtiger Bremer der in Hamburg geheiratet hat bin ich natürlich sehr gerne im Norden. Die Schweiz erinnert mich an meine Jugend, wenn ich meine Tante in Basel besucht habe, und Stuttgart… da hatte ich mal eine Liebe. Jeder Ort hat seinen eigenen Vibe, sein eigenes Publikum. Manche sind eher zurückhaltend, andere super offen und direkt."
Auf der BLICKFANG Hamburg 2025 kannst du Ben vom 16.-18. Mai persönlich kennenlernen, die neue Kollektion von Ben Weide live entdecken und deine liebsten Teile direkt mitnehmen!
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