Designpreis Gewinnerin Insa Decker im Interview
Hinter BABERETI steht Designerin Insa Decker, die ein modulares Möbelkonzept entwickelt hat, das sich flexibel an jede Lebensphase anpasst. Vier Module verwandeln sich spielerisch zu Bank, Bett, Regal oder Tisch – leicht, wandelbar und langlebig. Die Idee entstand aus Deckers eigenen Erfahrungen zahlreicher Umzüge während des Studiums, bei denen Möbel oft nicht mitgenommen werden konnten. Gefertigt aus regionalem Holz, reparierbar und wiederverwendbar, verkörpert BABERETI ein Designverständnis, das Mobilität, Nachhaltigkeit und Persönlichkeit verbindet. Ein Möbelstück, das mit dem Leben wächst – praktisch, poetisch und clever zugleich.

Insa Decker: Designpreis Gewinnerin der BLICKFANG Wien 2025 in der Kategorie Möbel
1. Kannst du dich und dein Label kurz vorstellen?
Ich heiße Insa, bin von Beruf Tischlerin und habe im Anschluss Design studiert. Während meines Studiums bin ich häufig in halb eingerichtete WG-Zimmer gezogen, und jedes Mal hat mir ein anderes Möbelstück gefehlt. So entstand die Idee, ein Möbel zu entwickeln, das leicht zu transportieren ist und sich so modular und multifunktional einsetzen lässt, dass es immer genau die Funktion übernimmt, die gerade fehlt.
Aus diesem Gedanken heraus ist BaBeReTi entstanden: ein modulares Möbelstück, das sich je nach Bedarf in eine Bank, ein Bett, ein Regal oder einen Tisch verwandeln lässt. Der Aufbau funktioniert komplett ohne Werkzeug, und das System kann jederzeit erweitert werden.
2. Wie würdest du dein Label in drei Worten beschreiben?
Ich arbeite projektweise, und aktuell steht das modulare Möbelstück im Mittelpunkt, das ich auch auf der Blickfang ausstellen durfte. Ein klassisches Label in dem Sinne gibt es daher nicht, aber das Möbel selbst beschreibt sich in drei Worten als: modular, handlich und multifunktional.
3. Was inspiriert dich bei deiner Arbeit – gibt es Materialien, Menschen oder Orte, die dich besonders prägen?
Mein Hintergrund im Tischlerhandwerk prägt meine Arbeit sehr, besonders meine Nähe zum Material Holz und meine praxisorientierte Herangehensweise. Nachhaltigkeit spielt dabei immer eine zentrale Rolle.
Orte und Menschen beeinflussen mich kontinuierlich: die Möglichkeiten der handwerklichen Umsetzung ebenso wie die Menschen, die mich unterstützen, mir Feedback geben oder mir zufällig von Problemen im Alltag erzählen, für die ich spontan Ideen entwickle.
Ich glaube, als Designerin ist es entscheidend, gut zuzuhören und aufmerksam zu beobachten, um die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen zu verstehen.
4. Was bedeutet dir der Gewinn des BLICKFANG Designpreises persönlich und für dein Label?
Der Gewinn hat mir neue Motivation und auch finanzielle Möglichkeiten gegeben, BaBeReTi weiter voranzubringen. Ich habe unglaublich viel positives Feedback bekommen, das zeigt, wie groß das Interesse und der Bedarf an einem solchen Möbel ist. Das bestärkt mich darin, weiter nach einem geeigneten Partner für eine Serienproduktion oder einem Label zu suchen, das BaBeReTi in sein Sortiment aufnehmen möchte.
5. Hat dich das Jury-Feedback in irgendeiner Weise überrascht oder bestärkt?
Ja, auf jeden Fall. Ich war wirklich überrascht, bei so vielen großartigen Ausstellenden ausgezeichnet zu werden. Das große Interesse an meiner Arbeit gibt mir zusätzlich das Vertrauen, an den Erfolg zu glauben und weiterzumachen.
6. Was wirst du mit dem Preisgeld machen – hast du schon konkrete Pläne?
Ich werde das Preisgeld direkt in das Projekt investieren. Auf der Blickfang habe ich spannende Kontakte geknüpft, die ich gerne besuchen möchte, um mögliche Kooperationen weiter voranzubringen. Außerdem plane ich, eine kleine Stückzahl produzieren zu lassen – unter anderem für Wohnprojekte für obdachlose Menschen in Wien, die ebenfalls Interesse an BaBeReTi gezeigt haben.
7. Wohin soll sich dein Label in der nächsten Zeit entwickeln?
Ich sehe mich eigentlich weniger als klassisches Label. Mein Ziel ist es, weiterhin praktische, alltagstaugliche Produkte zu entwickeln und diese über bereits bestehende Marken auf den Markt zu bringen. BaBeReTi ist eines dieser Projekte – und genau diesen Weg möchte ich als nächsten Schritt weiterverfolgen.
Gleichzeitig bin ich offen für Gespräche und freue mich, wenn sich interessierte Labels oder potenzielle Partner bei mir melden.

8. Welchen Rat würdest du anderen angehenden Designer:innen geben?
Ich weiß nicht, ob ich schon in der Position bin, große Ratschläge zu geben. Ich bin schließlich selbst noch dabei, meinen eigenen Weg zu finden. Aber ich erinnere mich immer wieder daran, dass es zwar wunderbar ist, viele Ideen und Projekte zu haben, aber genauso wichtig ist, diese auch zu Ende zu bringen und bis zur Marktreife zu entwickeln. Ich bin stolz darauf, dass mir das mit BaBeReTi gelungen ist, und freue mich deshalb besonders, dass dieses Projekt nach so viel Arbeit nun diese Reife erreicht hat. Ich hoffe, dass sich bald der passende Partner für die Vermarktung findet.