Studierendenwettbewerb Basel 2026

AllgemeinHighlights BLICKFANG Basel

Bühne für junge Kreativität

Die BLICKFANG Basel öffnet ihre Türen nicht nur für etablierte Designer:innen, sondern auch für junge Talente, die ihre Ideen und Visionen mit der Welt teilen möchten. Auf der Sonderfläche des Studierendenwettbewerbs haben angehende Designer:innen die Chance, ihre Prototypen und Designideen einem breiten Publikum zu präsentieren und wertvolle erste Schritte in die professionelle Designwelt zu machen.

Hier wird ausprobiert, Neues gewagt und Bestehendes hinterfragt – eine wahre Bühne für kreative Köpfe, die das Design von morgen prägen wollen. Was diese Projekte besonders macht? Sie sind nicht nur kreativ, sondern auch unkonventionell und experimentierfreudig. Ein Besuch auf dieser Sonderfläche ist eine Einladung, frische Perspektiven und außergewöhnliche Designansätze zu entdecken.

Andreas Empl & Michael Doepke: Form follows Process – der Bugholzhocker

Was passiert, wenn traditionelles Handwerk auf experimentelles Design trifft? Andreas Empl und Michael Doepke von der Hochschule München zeigen es mit ihrem Bugholzhocker. Aus nur einem einzigen 15 mm starken Holzbrett entsteht unter Dampf eine fließende, skulpturale Form. Unterstützt durch eigens entwickelte Vorrichtungen zelebriert der Hocker die Materialität in ihrer reinsten Form – der Herstellungsprozess wird sichtbar und zum zentralen Gestaltungselement. Trotz seiner skulpturalen Ästhetik bleibt das Möbelstück funktional, stapelbar und wird bereits in Kleinserie produziert. Ein Projekt, das zeigt, wie klassisches Handwerk innovativ in die moderne Designwelt übersetzt werden kann.

Maria van Aerssen: Elementare Leichtigkeit – „kuno“

Der Stuhl „kuno“ von Maria van Aerssen (Hochschule München) ist ein Paradebeispiel für puristisches Möbeldesign. Das traditionelle Bugholzverfahren wird hier bis zur radikalen Reduktion getrieben: Holz und Leder genügen, Schrauben oder zusätzliche Hilfsmittel sind überflüssig. Unter Dampf wird das Eschenholz so geschmeidig, dass es sich in die charakteristische, fließende Form biegt, während die handgenähte Ledersitzfläche die Statik komplett integriert. Das Ergebnis ist ein Stuhl, der die Schönheit von Material, Spannung und Handwerk auf eleganteste Weise sichtbar macht.

Sören Helle: Geometrie im Raum – der Hocker „Piet“

Mit „Piet“ entwirft Sören Helle von der Akademie für Gestaltung der Handwerkskammer Münster einen Hocker, der Konstruktion und Form auf klare Geometrie reduziert. Drei formverleimte Schalen greifen präzise ineinander und werden in einer kreisrunden Sitzfläche fixiert. Aussparungen in den Beinen öffnen den Korpus und schaffen unerwartete Durchblicke, die dem Möbel eine leichte, fast grafische Wirkung verleihen. Die runden Öffnungen entstehen erst im Biegeprozess des Holzes und spiegeln die Form der farbig geölten Sitzfläche wider. Lösbare Verbindungen sorgen zudem für Reparierbarkeit und Langlebigkeit. So verbindet „Piet“ handwerkliche Genauigkeit mit spielerischer Leichtigkeit und bringt in Blau, Rot oder Grün frische Akzente in den Raum.

Kevin Chrzanowski: Zeitlose Bewegung - „UNI“

Während die Nutzungsdauer herkömmlicher Schaukelpferde oft sehr kurz ausfällt, bricht Kevin Chrzanowski (Industrial Design) mit diesem Zyklus. Sein Entwurf „UNI“ ist ein mitwachsendes Objekt, das den Anspruch erhebt, ein lebenslanger Begleiter im Zuhause zu sein. Der Name steht dabei für das Universelle – ein Design ohne Verfallsdatum, das die Grenze zwischen Kinderspielzeug und skulpturalem Möbel auflöst.

Die Konstruktion besticht durch eine klare, weiche Formsprache und eine hochwertige Verarbeitung. Gefertigt aus massivem Eschenholz und veredelt mit einem farbigen Mattlack (z.B. Pantone „Marshmallow“), fügt sich das Objekt harmonisch in moderne Wohnwelten ein. Der Clou: Wenn die Zeit des Schaukelns vorbei ist, integriert sich UNI als funktionaler Hocker oder abstrakte Skulptur in das restliche Interieur.

Karoline Heyde: Mechanische Präzision - „Um’s Eck“

Kann ein Seil eine feste Verschraubung ersetzen? Karoline Heyde von der Universität der Künste (UdK) Berlin liefert mit ihrem Hocker „Um’s Eck“ eine beeindruckende Antwort. Die Konstruktion verzichtet gänzlich auf Klebstoffe oder klassische Metallverbindungen und basiert stattdessen auf einem ausgeklügelten Spannsystem, das vier gewachste MDF-Platten allein durch zwei Seile stabil zusammenhält.

Das Prinzip ist ebenso logisch wie ästhetisch: In die Kanten der Bauteile sind präzise Nuten eingefräst, in denen das Seil verläuft. An den Ecken bildet es Schlaufen, die Beinplatten und Sitzfläche an der Gehrung passgenau fixieren. Unterhalb der Sitzfläche verbirgt sich das mechanische Herzstück: Ein über eine Rändelmutter bedienbarer Gewindestab spannt das Seil nach unten. Durch diesen Zug werden die zuvor lose gesteckten Teile sicher miteinander verpresst, während zusätzliche seitliche „Ohren“ die Stabilität im unteren Bereich garantieren.

„Um’s Eck“ ist ein Plädoyer für intelligente Simplizität. Durch das mechanische Spannprinzip lässt sich der Hocker jederzeit werkzeuglos montieren oder als platzsparendes Flat-Pack verstauen. Karoline Heyde zeigt damit, wie durch die Kombination von präziser Frästechnik und textiler Spannung ein langlebiges, wartungsfreundliches Möbelstück entsteht, das Funktionalität haptisch erlebbar macht.

Tobias Robin Hirschi: «dr Gösge» – Minimalistische Leuchte mit maximaler Funktion

Für Homeoffice-Arbeitsplätze, die oft auf engem Raum eingerichtet sind, präsentiert Tobias Robin Hirschi von der Hochschule Luzern mit «dr Gösge» eine Leuchte, die Minimalismus und Funktionalität perfekt vereint. Mit filigranem Design beansprucht sie kaum Platz, lässt sich flexibel positionieren und bringt das Licht genau dorthin, wo es gebraucht wird – für konzentriertes Arbeiten oder stimmungsvolle Atmosphäre.

Die Leuchte überzeugt durch clevere Technik: Ein massiver Sockel sorgt für Standfestigkeit und beherbergt die Elektronik, während der Schwenkarm und der drehbare Leuchtenkopf variabel einstellbare Lichtverhältnisse ermöglichen. Aluminiumteile und Kunststoffkomponenten werden mit 3D-Druck gefertigt, was Material spart und feine Strukturen erlaubt. Besonders nachhaltig: Die 3D-Daten der Kunststoffteile sind frei verfügbar, sodass defekte Elemente jederzeit nachgedruckt und ersetzt werden können.

Kiara Kiefer und Ava Knauf: Nähe über Distanz - „Fika“

Wie lässt sich menschliche Verbundenheit in einer digitalen Welt physisch erlebbar machen? Kiara Kiefer und Ava Knauf von der Hochschule Mainz geben mit ihrem Projekt „Fika“ eine poetische Antwort. Das Objekt-Duo besteht aus einem Untersetzer aus warmem Nussholz und einer Tasse aus feinem Porzellan und dient als leise Brücke zwischen zwei Menschen, die räumlich getrennt sind.

Das Prinzip von Fika nutzt die Kraft des stillen Zeichens: Sobald eine Tasse gefüllt wird, beginnt das Holzmodul des Partners sanft zu leuchten. Es ist eine nonverbale Einladung zum Innehalten und ein Signal der Präsenz: „Ich bin da“. In einer beschleunigten Welt steht der Entwurf für das Zarte und Langsame und ermöglicht ein gemeinsames Kaffeetrinken, selbst wenn man nicht am selben Tisch sitzt.

Mit Fika zeigen die Designerinnen, wie Technik hinter warmen, natürlichen Materialien verschwinden kann, um echte emotionale Momente der Ruhe und Nähe zu schaffen. Das Projekt transformiert eine alltägliche Geste in ein verbindendes Ritual, das jede Entfernung überwindet und die Qualität des gemeinsamen Augenblicks in den Fokus rückt.

Julia Baisch: Natur als Rückzugsort – „Hängrum“

Mit „Hängrum“ reagiert Julia Baisch von der TH Würzburg-Schweinfurt auf eine zentrale Herausforderung urbanen Wohnens: wenig Raum, viel Reizüberflutung. Ihre multifunktionale Wandinstallation bringt biophile Gestaltungsprinzipien in kleine Wohnungen und schafft einen Ort der Ruhe mitten im Alltag.

Im hochgeklappten Zustand fungiert das Objekt als platzsparende Garderobe mit Stauraum. Mit einem Handgriff verwandelt sich die Konstruktion jedoch in eine Hängematte – ein unmittelbarer Perspektivwechsel vom funktionalen Möbel zum Rückzugsort. Auch als Gästebett oder flexible Couchlösung lässt sich „Hängrum“ nutzen.

Technisch überzeugt der Entwurf durch raffinierte Details: Unsichtbar integrierte Stützfüße und ein komplex verflochtenes Paracord-Netz sorgen für Stabilität und Leichtigkeit zugleich. „Hängrum“ zeigt, wie durchdachtes Design auf engem Raum neue Lebensqualität schaffen kann.

 

 Junge Kreativität entdecken

Die Sonderfläche des Studierendenwettbewerbs auf der BLICKFANG Basel ist ein absolutes Muss für alle Designbegeisterten, die den kreativen Nachwuchs unterstützen und innovative Ideen entdecken möchten. Hier trifft experimentelles Design auf funktionale Lösungen, und die Werke der jungen Designer:innen beweisen, dass die Zukunft des Designs alles andere als langweilig ist.

Ein Besuch auf dieser Sonderfläche bedeutet nicht nur, spannende Prototypen und Konzepte zu sehen, sondern auch die kreativen Köpfe hinter den Ideen kennenzulernen. Nutze die Gelegenheit, dich inspirieren zu lassen und vielleicht sogar den nächsten Designstar zu treffen!

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