MINT Furniture: Zeitlose Handwerkskunst trifft auf modernes Raumdenken
In einer Zeit, in der Einrichtungstrends kommen und gehen wie Jahreszeiten, in der Möbel oft schneller ersetzt als repariert werden, wirkt manches wohltuend entschleunigt. Es gibt Labels, die sich bewusst gegen das Flüchtige entscheiden. Die nicht für den Moment entwerfen, sondern für viele Jahre. Für Räume, die wachsen dürfen. Für Dinge, die bleiben.

Wer am Stand von MINT Furniture vorbeigeht, spürt genau das. Klare Silhouetten, warme Holzoberflächen, eine stille Selbstverständlichkeit. Nichts ist laut, nichts inszeniert sich. Und doch entsteht sofort der Wunsch, näherzutreten, die Kanten nachzufahren, die Verbindungen zu betrachten, das Gewicht eines Stuhls zu testen. Diese Möbel erzählen nicht von Trends – sondern von Haltung.
Im Zentrum des lettischen Labels steht Gründer und leitender Designer Janis Rauza. Seine Arbeit ist geprägt von traditionellem Tischlerhandwerk, von Respekt vor Material und Konstruktion – und von der Überzeugung, dass Möbel ehrlich, langlebig und zutiefst menschlich sein sollten. Vor der kommenden Messe haben wir mit ihm über Werte, Formensprache und darüber gesprochen, warum echte Nachhaltigkeit vor allem eines bedeutet: lange zu bleiben.

Welche Werte bilden das Fundament von MINT Furniture?
„Unsere Werte basieren auf dem Respekt vor traditioneller Möbelhandwerkskunst. Im Produktionsprozess halten wir uns an das, was für uns am wichtigsten ist: Plattenmaterialien werden mit Massivholz umleimt und anschließend mit Laminat oder Echtholzfurnier veredelt. Diese Konstruktionsweise war bereits in den 1930er-Jahren weit verbreitet und sorgt für Haltbarkeit, Langlebigkeit und die Möglichkeit, Möbel im Laufe der Zeit zu restaurieren. Außerdem bietet sie einen besseren Schutz vor Feuchtigkeit und unbeabsichtigten physischen Einwirkungen.“
Eure Entwürfe wirken zeitlos statt trendgetrieben. Wie würdest du eure Formensprache beschreiben?
„Gestalterisch ist unsere Arbeit vom Modernismus der 1950er- und 60er-Jahre geprägt. Unser Hauptfokus liegt jedoch auf Funktionalität, Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Räume und der Fähigkeit von Möbeln, auch als Raumteiler zu funktionieren. Zum Beispiel ein Regal, das sowohl Stauraum bietet als auch einen Raum gliedert; ein Bett, das frei im Raum stehen kann; oder ein Schranksystem, das Bereiche voneinander trennt.“


Ihr arbeitet mit unterschiedlichen Designer:innen zusammen. Wie gelingt es euch, dennoch eine stimmige Gesamtidentität zu bewahren?
„Unsere Kollektionen entstehen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Designer:innen. Jede und jeder bringt eine eigene Perspektive ein. Durch die Vereinheitlichung von Materialien und Produktionsprozessen haben wir jedoch eine klare, zusammenhängende visuelle Sprache entwickelt. Das Ergebnis sind Möbel, die Wärme und Behaglichkeit ausstrahlen.“
Man hat das Gefühl, dass eure Stücke ganz selbstverständlich zusammengehören – fast wie ein durchdachtes Wohnsystem.
„Unsere Leitidee ist, dass man seinen gesamten Wohnraum mit unserer Kollektion einrichten kann – man muss nur ein wenig Kreativität zulassen.“
Die Stühle von MINT Furniture sind auffallend leicht und zugleich erstaunlich stabil. Wie gelingt euch dieser Balanceakt zwischen Eleganz und Robustheit?
„Bei der Entwicklung unserer Stühle haben wir bewusst an die Natur und ihre Ressourcen gedacht. Hochwertiges Holz ist teuer, und es dauert lange, bis nutzbares Holz nachwächst. Deshalb verwenden wir dünnere Materialstärken und reduzieren die Dicke von standardmäßig 50 Millimetern auf 40 Millimeter. So sparen wir etwa 20 Prozent Material ein. Stabilität und Langlebigkeit werden durch die Handwerkskunst unserer Tischler und hohe Qualitätsstandards gewährleistet.“
Welche Rolle spielen Materialien und Farben innerhalb deiner Kollektion?
„Wir bieten verschiedene Oberflächen an, folgen aktuellen Designtrends und bewahren gleichzeitig die natürlichen Holztöne. Wir haben festgestellt, dass unsere Kund:innen meist natürliche Holzarten bevorzugen und Farbe eher als Akzent einsetzen.“


Eure Arbeit ist stark im Handwerk verwurzelt. Woher stammt dieses Wissen?
„Das Wissen, das ich in mir trage, stammt von den Meisterhandwerkern, von denen ich lernen durfte – Männer, die selbst noch bei Vorkriegsmeistern ausgebildet wurden und deren Erfahrung weitergegeben haben. Heute ist es mir wichtig, dieses Wissen weiterzutragen und zu teilen.“
Klassische Formen, enge Zusammenarbeit, Nachhaltigkeit und Langlebigkeit scheinen bei MINT Furniture untrennbar zusammenzugehören. Wie greifen diese Aspekte ineinander?
„Ich glaube, dass klassische Formen Menschen stärker berühren als futuristische. Klassische Umgebungen vermitteln Ruhe und ermöglichen echte Entspannung.
Bei der Entwicklung unserer Kollektionen arbeite ich mit Menschen zusammen, die ähnliche Werte teilen. Sie leben mit den Möbeln, die wir schaffen – genauso wie ich.
Wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen, freue ich mich besonders über Kund:innen, die unsere Möbel vor zehn Jahren gekauft haben und sie heute restaurieren oder weiterverkaufen. Das zeigt, dass die Zeit ihren Wert nicht gemindert hat. Die Produktionstraditionen, die wir pflegen, geben unseren Möbeln ein langes und sinnvolles Leben.“
MINT wurde international ausgezeichnet und weltweit ausgestellt. Was hat dir dieser Weg mitgegeben – und was wünschst du dir, dass Besucher:innen auf der Messe erleben?
„Designpreise und internationale Ausstellungen haben uns Selbstvertrauen und den Mut gegeben, diesen Weg weiterzugehen. Vor allem aber bewahren wir unsere Haltung gegenüber jedem einzelnen Produkt, das wir herstellen.
Ich hoffe, dass unsere neue Kollektion die Besucher:innen anspricht und nicht unbemerkt bleibt. Noch wichtiger ist mir jedoch, dass sie unsere Hingabe und unseren Anspruch an Qualität spüren.“

Besuche den Stand von Mint Furniture auf der BLICKFANG Stuttgart und erlebe die Möbelstücke aus nächster Nähe. Hier Tickets kaufen!