April Furniture – Wie Funktion, Material und modulare Gestaltung das Wohnzimmer nach draußen verlagern

AllgemeinInterviews
Lounge Gartenmöbel Set von April Furniture

Lounge Gartenmöbel Set LOOPY

Ein Sofa, das auf den ersten Blick eher ins Wohnzimmer als auf die Terrasse gehört – genau mit diesem Eindruck beginnen viele Begegnungen mit den Möbeln von April Furniture. Die klaren Formen und die textilen Oberflächen lassen kaum erkennen, dass sie für den Außenbereich entwickelt wurden. Im Gespräch erzählt Stefanie Knorr, wie aus der Idee eines Produktdesigners eine Kollektion von Outdoor-Lounge-Möbeln entstand, warum gerade Linien oft aus praktischen Gründen entstehen und weshalb Materialien, Prototypen und langjährige Erfahrung eine zentrale Rolle in der Entwicklung spielen.

Wie ist April Furniture entstanden?

„Florian ist Produktdesigner und hat einen eigenen Blick auf die Welt. Besonders ist ihm schon immer aufgefallen, dass es im Outdoorbereich nicht viele Möbel gibt, die Form und Funktion gekonnt vereinen. Denn das große Problem ist ja, dass besonders Outdoor- Möbel Wind und Wetter standhalten müssen, die Materialien also widerstandsfähig und schmutzabweisend sein sollten. Mit seiner Technik hat er genau diese Punkte vereinen können. Beispielsweise war der verwendete wasserdichte Stoff damals, als wir April Furniture gegründet haben, noch komplett neu und eine Innovation auf dem Markt.“  

Ihr versteht euch eher als designorientierter Hersteller als ein klassischer Online-Händler. Was bedeutet das für eure Arbeit?

„Uns ist das Gestalterische sehr wichtig. Bei uns arbeiten viele kreative Menschen, und wir achten auf jedes Detail. Auch Dinge wie Fotos für Instagram oder die Website gehen bei uns oft durch mehrere Korrekturschleifen.

Wir schaffen das nicht immer in allen Bereichen perfekt, aber wir versuchen, Design und gestalterische Qualität sehr ernst zu nehmen. Manchmal ist uns das fast wichtiger als die reinen betriebswirtschaftlichen Zahlen.

Wir sagen oft: lieber Klasse statt Masse. Die vergleichsweise hohe Anfangsinvestition zahlt sich langfristig aus, denn die hohe Qualität sorgen für Langlebigkeit.

Der Entwurf folgt bei euch dem Prinzip „form follows function“. Wie zeigt sich das konkret bei euren Möbeln?

„Wir versuchen unser Design möglichst schlicht zu halten – ohne Schnörkel, sehr reduziert. Das kommt uns auch funktional zugute, weil sich in unseren Lounge-Möbeln zum Beispiel kein Wasser oder Schmutz in Ritzen festsetzen soll. Das passiert bei geraden oder geometrischen Formen weniger. Und es ist einfach Florians Stil.“

Design Gartenlounge Set JAM

Können Kundinnen und Kunden bei euch auch individuelle Möbel in Auftrag geben?

„Grundsätzlich ist das natürlich möglich. Am liebsten außerhalb der Saison, denn jedes Möbel muss ja eigens entwickelt werden. Bei größeren Aufträgen machen wir auch Sondermaße, zum Beispiel bei einem Tisch oder bei einem Lounge-Modul – solange es ins System passt. Wir produzieren in Deutschland und unsere Polsterei sitzt in der Nähe von Stuttgart. Dadurch kann man auch direkt mit den Herstellern sprechen“

Wie entsteht bei euch ein neues Möbelstück – von der Idee bis zum fertigen Produkt?

„Am Anfang steht meist eine Idee. Danach wird alles im Detail konstruiert. Im Prozess suchen wir oft das Gespräch mit den Produzenten, wie Metallbauern oder Polsterern und erstellen Prototypen . Bis also ein Produkt produktionsfähig ist, kann es dauern. Wir haben zum Beispiel eine Liege, die seit mehreren Jahren in der Entwicklung ist. Sie muss technisch funktionieren und gleichzeitig auch noch im Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen.“

Eure Möbel sollen die Grenze zwischen Indoor- und Outdoor-Lounge auflösen. Wie gelingt das?

„Oft kommen Kunden in unseren Showroom und sagen zuerst: ‚Ach so, das ist für draußen?‘ Genau das wollen wir erreichen. Es gibt im Innenbereich viele gestalterisch anspruchsvolle Sofas, draußen aber oft weniger. Wir möchten diesen Unterschied aufheben und eine Wohnzimmeratmosphäre im Außenbereich schaffen – genauso gemütlich und gestalterisch wertvoll wie drinnen.“

Eure Formensprache wird als klassisch, geradlinig und minimalistisch beschrieben. Worin liegt eure Eigenständigkeit?

„Vor allem im Material, das einfach besonders ist. Aber auch die Form selbst ist im Vergleich zum Markt eigenständig – so schlichte Outdoor-Möbel gibt es nicht sehr häufig.

Dazu kommt die Flexibilität durch die Modulbauweise. Bei unserem System kann man vieles miteinander kombinieren und immer wieder neu anordnen. Andere Hersteller bieten oft feste Sets an. Ursprünglich gab es nur die Serie LOOP und ein Modul, das Sitzelement, aus dem sich nach und nach weitere Module und Loungeserien entwickelt haben. Aber selbst mit Sitzelementen lassen sich schon viele Varianten aufstellen.“

SHANGRILA Sonnenschutz von April Furniture

Neben Möbeln habt ihr auch einen eigenen Sonnenschutz SHANGRILA entwickelt. Wie ist dieses Produkt entstanden?

„Die Idee war, einen Sonnenschutz zu entwickeln, der frei steht und nicht am Gebäude befestigt werden muss – also eine Alternative zu Sonnenschirm oder Markise. Die Herausforderung war, dass man auf jeden Sonnenstand reagieren kann. Dafür musste Designer und Metallbauer sehr eng zusammenarbeiten, denn damit das Rollo in einem stabilen System laufen kann und sich ohne Elektrik bedienen lässt“

Eure Möbel entstehen in Zusammenarbeit mit deutschen Manufakturen. Wie beeinflusst das den Entwurf?

„Die Möbel müssen so gestaltet sein, dass sie in Handarbeit gefertigt werden können. Das ist auch ein Grund, warum unsere Formen oft gerade und ohne viel Schnickschnack sind. Unsere Partner sind kleinere Betriebe und keine großen Fabriken mit vielen automatisierten Maschinen. Ein Polsterer muss das Material selbst zuschneiden und verarbeiten können. Viele Designentscheidungen entstehen deshalb auch aus diesen praktischen Bedingungen.“

Welche Rolle spielen Materialien in der Entwicklung?

„Wir verwenden hochwertige Materialien wie pulverbeschichteten Edelstahl, Keramik und Acryl-Outdoorstoffe, die spinndüsengefärbt sind. Das bedeutet, dass die Fasern des Stoffes komplett durchgefärbt sind und nicht nur oberflächlich. Dadurch verblassen sie weniger.  Wir haben viele verschiedene Farben im Sortiment, verwenden aber meist dieselbe Stoffsorte/-qualität, weil sie sich über die Jahre bewährt hat.

Alle verwendeten Materialien müssen robust und jahrelang für den Außenbereich tauglich sein und sich gut reinigen lassen.

Eure Möbel sind auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. Wie stellt ihr diese Dauerhaftigkeit sicher?

„Das ist für uns ein sehr wichtiger Anspruch. Wir gehen davon aus, dass unsere Möbel länger als zehn Jahre halten können und tatsächlich das ganze Jahr draußen stehen bleiben können. Natürlich müssen sie gepflegt werden – alles, was draußen im Regen oder Schnee steht, wird irgendwann schmutzig. Aber unsere Technik funktioniert im Außenbereich sehr gut, und selbst stark beanspruchte Möbel kann man oft wieder reinigen.“

Woran arbeitet ihr aktuell für die Zukunft?

„Wir haben immer mehrere Produkte in Planung. Zum Beispiel eine rundere Sofa-Serie und Varianten unseres Sonnenschutzes. Außerdem kommt ein Pflanzkübel in Serie, den wir schon einmal auf der BLICKFANG gezeigt haben. Im Bereich ‚Low Dining‘ entwickeln wir neue Tische, sodass man aus einer Lounge auch einen Essbereich gestalten kann. Und eine klappbare Liege mit Rollen ist ebenfalls schon lange in der Entwicklung.“

Was sollen Besucherinnen und Besucher mitnehmen, wenn sie eure Möbel auf der BLICKFANG zum ersten Mal erleben?

„Viele gehen nach Hause und denken: ‚Wow, was für ein schönes Produkt, das hätte ich auch gern in meinem Garten.‘ Wir hoffen natürlich, dass sie einen guten Eindruck mitnehmen und unsere Möbel irgendwann vielleicht selbst für ihren Außenbereich wählen.“

Auf der BLICKFANG in Stuttgart und der BLICKFANG Basel kannst du April Furniture persönlich erleben, ihre besonderen Möbel ausprobieren und das Team direkt vor Ort kennenlernen. Jetzt Tickets für Stuttgart oder Basel sichern!

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