Studierendenwettbewerb Hamburg 2026
Von Entwurf zu Ausstellung – Der Wettbewerb für Studierende
Die BLICKFANG Hamburg ist ein wichtiger Ort für die nächste Generation von Designer:innen. Im Rahmen des Studierendenwettbewerbs präsentieren junge Gestalter:innen ihre aktuellen Projekte – von ersten Prototypen bis hin zu eigenständigen Konzepten. Der Wettbewerb bietet nicht nur die Chance auf Sichtbarkeit, sondern auch wertvolle Rückmeldungen aus der Designpraxis. Hier entstehen neue Ideen, werden Materialien und Funktionen neu gedacht und gestalterische Grenzen ausgelotet – ein idealer Rahmen, um frische Ansätze im Design zu entdecken.
Lara Morr: Mehr als eine Lösung – „Morr than one way“
„Morr than one way“ von Lara Morr ist ein multifunktionaler Tisch, der auf unterschiedliche Anforderungen im Alltag reagiert. Ausgangspunkt ist die Frage, wie sich Arbeiten, Wohnen und gemeinschaftliche Nutzung in einem Möbel verbinden lassen. Durch dreh- und ausziehbare Plattenelemente kann die Fläche flexibel erweitert werden. So lässt sich der Tisch sowohl als Arbeitsplatz als auch als größere Arbeits- oder Essfläche nutzen. Die Konstruktion ermöglicht es, zwischen Offenheit und Ordnung zu wechseln. Arbeitsmaterialien können sichtbar bleiben oder temporär in die Struktur integriert werden. Die organische Formgebung verbindet funktionale Klarheit mit einer wohnlichen Erscheinung.




Ida Westrick: Eine Fläche, viele Funktionen – „LOU“
Mit „LOU“ entwickelt Ida Westrick ein Wandobjekt aus einer einzigen Metallfläche. Durch eine präzise Biegung wird die zweidimensionale Ebene in ein dreidimensionales Objekt überführt, ganz ohne zusätzliche Bauteile.
Die Gestaltung reduziert sich auf einen einzigen Eingriff, bei dem Form, Material und Funktion unmittelbar zusammenwirken. Je nach Ausführung wird LOU zum Spiegel mit räumlicher Reflexion oder zur Ablage mit Stauraum für Alltagsgegenstände.


Lena Gerscher: Frida – Konstruktion als Gestaltung
Mit Frida entwirft Lena Gerscher ein Regal, das seine Konstruktion bewusst offenlegt. Steckverbindungen und sichtbare Holzstrukturen prägen das Erscheinungsbild und verleihen dem Möbel eine klare, handwerkliche Ästhetik. Das modulare System erlaubt flexible Anordnungen und macht Frida anpassbar an unterschiedliche Nutzungsszenarien. Farbige oder grafische Einsätze setzen dabei gezielte Kontraste und erweitern das Regal um eine visuelle Ebene zwischen Funktion und Inszenierung. So entsteht ein Möbel, das sich zwischen Ordnungssystem und Ausstellungsfläche bewegt – reduziert, wandelbar und präzise.
Hannah Gröschel: Zwischen Lichtbild und Objekt – „WALLY“
Die Objektleuchte „WALLY“ von Hannah Gröschel verbindet nostalgische Formelemente mit einer zeitgenössischen, grafischen Gestaltung. Ein Gestell aus verchromtem Edelstahl und Nussbaumholz trifft auf eine Leuchtfläche mit pixelartiger Struktur. Mehrere übereinanderliegende Acrylglasplatten erzeugen ein vielschichtiges Lichtbild. Im eingeschalteten Zustand entsteht eine warme, diffuse Leuchtwirkung, während die Leuchte im ausgeschalteten Zustand ruhig und klar erscheint. So bewegt sich WALLY zwischen funktionaler Beleuchtung und gestalterischem Objekt und thematisiert den Kontrast von analoger Materialität und digitaler Bildsprache.




Michael Döpke: Vom Brett zur Form – Ein Hocker aus gebogenem Holz
Der Bugholzhocker von Michael Döpke reduziert ein Sitzmöbel auf eine durchgehende Materialfläche. Ausgangspunkt ist ein flaches Holzbrett, das mithilfe von Wasserdampf in Form gebracht wird.
Durch das Bugholzverfahren entsteht eine Konstruktion ohne zusätzliche Verbindungselemente, deren Stabilität allein aus der Form entsteht. Der Herstellungsprozess bleibt sichtbar und wird zum gestalterischen Element. So wird der Übergang vom Zweidimensionalen ins Dreidimensionale nachvollziehbar und die Materialität des Holzes betont.


Antonia Fischer: Falten, Licht, Struktur – „mira“
Die Leuchtenserie „mira“ von Antonia Fischer basiert auf einem präzisen Zusammenspiel aus Faltung und Material. Durch gezielte Knicke und Klebepunkte wird das Shoji-Papier in eine plastische, dreidimensionale Form gebracht, die das Licht weich streut und gleichzeitig eine klare Struktur zeigt. Die einzelnen Elemente werden in Handarbeit gefertigt und mithilfe von Magneten verbunden. Dadurch lässt sich die Leuchte zusammenfalten und platzsparend transportieren. Das Leuchtobjekt wird über kleine Kugelmagnete fixiert und bleibt flexibel in der Handhabung. "mira“ ist in mehreren Größen sowie als Tischleuchte erhältlich und verbindet Leichtigkeit mit konstruktiver Präzision.
Amelie Dörflinger: Alltag sichtbar machen – „puck. – Barista Zubehör“
Mit „puck.“ entwickelt Amelie Dörflinger eine Kollektion von Barista-Zubehör, die den Prozess der Kaffeezubereitung bewusst unterstützt und zugleich gestalterisch in den Alltag integriert. Unterschiedliche Formen und Farben setzen gezielte Akzente und machen die Werkzeuge zu sichtbaren Bestandteilen der Küche.
Die Tamper bestehen aus Edelstahl und werden auf der Drehbank gefertigt. Griff und Unterteil sind verschraubt, sodass sich das Unterteil austauschen lässt. Die Abklopfbox wird aus Stahlblech gekantet und durch ein 3D gedrucktes Inlay ergänzt, das die Belastung beim Gebrauch abfängt.




Camilla von Kaehne: Reduktion und Atmosphäre – „Lücht“
Mit „Lücht“ gestaltet Camilla von Kaehne eine akkubetriebene Tischleuchte mit reduzierter Form und ruhiger Materialkombination. Der Entwurf verbindet Funktionalität mit einer klaren gestalterischen Haltung und fügt sich in unterschiedliche Wohnkontexte ein.
Gesteuert über einen Touchsensor lässt sich die Leuchte stufenlos dimmen. Dank USB C ist sie flexibel einsetzbar. Das warme Licht schafft eine intime Atmosphäre. Holz, Porzellan und PLA sind klar voneinander abgesetzt und verleihen der Leuchte eine zeitlose Anmutung.
Die Sonderfläche des Studierendenwettbewerbs auf der BLICKFANG Hamburg ist ein absolutes Muss für alle Designbegeisterten, die den kreativen Nachwuchs unterstützen und innovative Ideen entdecken möchten. Hier trifft experimentelles Design auf funktionale Lösungen, und die Werke der jungen Designer:innen beweisen, dass die Zukunft des Designs alles andere als langweilig ist.
Ein Besuch auf dieser Sonderfläche bedeutet nicht nur, spannende Prototypen und Konzepte zu sehen, sondern auch die kreativen Köpfe hinter den Ideen kennenzulernen. Nutze die Gelegenheit, dich inspirieren zu lassen und vielleicht sogar den nächsten Designstar zu treffen!