Designpreis Jury Hamburg 2026

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Die BLICKFANG steht für exzellentes, unabhängiges Design – und genau das würdigt auch in diesem Jahr der begehrte Designpreis.

Die Auszeichnung richtet sich an herausragende Designer:innen und kreative Köpfe, die mit innovativen Konzepten und einzigartiger Ästhetik überzeugen. Der Designpreis ist auch in diesem Jahr eines der Highlights der BLICKFANG und wird erstmals in drei Kategorien vergeben: Neben den etablierten Bereichen Möbel & Produktdesign sowie Mode & Schmuck wird nun auch die Kategorie Mode- und Wohnaccessoires ausgezeichnet.

Eine unabhängige Fachjury entscheidet über die Preisträger:innen in allen Kategorien und legt dabei besonderen Wert auf die gestalterische Qualität, das kreative Konzept, die handwerkliche Umsetzung und eine überzeugende Präsentation. Der Designpreis hebt nicht nur exzellentes Design hervor, sondern setzt auch ein Zeichen für die Bedeutung nachhaltiger und innovativer Gestaltung.

Ermöglicht wird die Vergabe durch die Unterstützung der D.E.S.I.G.N. Foundation, die sich für die Förderung herausragender Designleistungen einsetzt. Mit dieser Auszeichnung bleibt die BLICKFANG ihrer Mission treu, Designschaffende zu stärken und die besten Ideen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Fachjury der BLICKFANG Hamburg 2026:

Sören Jungclaus | Industriedesigner

Sören Jungclaus ist Industriedesigner aus Hamburg und arbeitet seit über 25 Jahren an der Schnittstelle von Architektur, Innenraum und Produktdesign. Nach seinem Studium an der Muthesius Hochschule in Kiel war er unter anderem bei System Design in München sowie Winderlich Enterprise in Hamburg tätig. Es folgten 15 Jahre als Chefdesigner der Hadi Teherani AG, wo er zahlreiche international ausgezeichnete Produkte und Serien für Marken wie Interstuhl, Poggenpohl, Walter Knoll und Zumtobel verantwortete. Seit 2016 arbeitet Jungclaus selbstständig in Hamburg-Ottensen und entwickelt Möbel, Leuchten und Interior-Konzepte mit architektonischer Klarheit, hoher Materialqualität und funktionaler Präzision. Mit seiner langjährigen Erfahrung an der Schnittstelle von Design, Architektur und Industrie bringt er eine fundierte Perspektive auf funktionales, zeitloses Produktdesign in den internationalen Kontext ein.

1. Was macht für dich gutes Design aus?  

Gutes Design muss mich ansprechen und ich muss lange Spaß mit dem Produkt haben. Charles Eames hat es in meinen Augen mit folgenden zwei Fragen auf den Punkt gebracht: Löst das Produkt ein Problem? Wie sieht das Produkt in 10 Jahren aus?

 2. Welches Designstück hat dich in letzter Zeit begeistert und warum?  

Es gibt ein Paar Dinge, die mir über die Jahre ans Herz gewachsen sind und die mich immer wieder aufs Neue begeistern. Meine letzte Anschaffung, die ich als „Designstück“ bezeichnen würde, ist ein Wasserkocher von Stelton. Auch, wenn Erik Magnussen den nicht mehr selbst gestaltet hat, ist es aus meiner Sicht eine gut gemachte Ergänzung der Serie EM77. Funktion, Gewicht und Handling sind gut. Das Wichtigste, wenn man mit kochendem Wasser hantiert, ist doch, dass man das Wasser gut und gefahrlos ausgießen kann. Komischerweise habe ich einige gut aussehende Wasserkocher getestet, bei denen das ausgerechnet nicht gegeben ist.

3. Wohin wird sich in deinen Augen Möbel-Design in Zukunft entwickeln?  

Es gibt diesen schönen Spruch: Wir leben in einer Zeit in der jeder den Preis, aber kaum noch jemand den Wert einer Sache kennt. Leider habe ich gerade das Gefühl, dass der Markt immer stärker von Billigprodukten überschwemmt wird. Von Produkten, die aus 5 Meter Entfernung vielleicht sogar ganz passabel aussehen und ein Versprechen abgeben, welches sie schon nach kurzer Zeit nicht mehr halten. Auf der anderen Seite gibt es Möbel und Produkte, die sorgfältig entwickelt wurden und bei denen Gestalter einen starken Einfluss hatten. Das alles ist aufwendig und schlägt sich auf die Kosten nieder. Ich habe die Sorge, dass viele Verbraucher diese Preisdifferenz nicht nachvollziehen können. Mehr „gesundes“ Mittelmaß würde ich mir da wünschen. Eine gute Qualität zu einem nachvollziehbaren Preis.

4. Die BLICKFANG ist wichtig, weil … 

… man sich trifft, sich live austauschen kann und man sich einem interessierten Publikum präsentieren kann. Ich kenne viele Beispiele von Start-ups, für die die Blickfang ein Sprungbrett war.

5. Welchen guten Rat würdest du jungen Designer:innen heutzutage mit auf den Weg geben? 

Sich gut zu fokussieren. Je klarer man ist, desto stärker bleibt man in Erinnerung.

Was kann und möchte ich bewegen? Wofür möchte ich stehen? Es freut mich immer, wenn ich auf der Blickfang Produkte betrachte und darin eine Haltung ablesen kann. Mein Rat: Macht etwas gut und mit Leidenschaft, aber macht nicht alles…

Janine Jäger-Otte | Sustainable Stylistin

Janine Jäger-Otte ist Sustainable Stylistin mit Fokus auf Personal Styling und bewussten Konsum. Bereits während ihres Studiums im Medien- und Kommunikationsmanagement entdeckte sie ihre Leidenschaft für Mode als Ausdruck von Persönlichkeit und vertiefte ihr Styling-Wissen an der AMD. Heute unterstützt sie Kund:innen dabei, ihren individuellen Stil mit vorhandener Garderobe neu zu entdecken und nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Mit ihrem Ansatz – weniger, aber bewusster zu konsumieren – setzt sie sich aktiv für einen verantwortungsvollen Umgang mit Mode und gegen Fast Fashion ein.

1. Was macht für dich gutes Design aus?

Im Modedesign sollte jedes Kleidungsstück eine eigene Sprache sprechen. Es sollte nicht nur für sich selbst stehen, sondern auch in Kombination mit anderen Teilen eine kraftvolle Wirkung entfalten. Kleidung ist das stärkste nonverbale Kommunikationsmittel, und das Designteam sollte diese Möglichkeit optimal nutzen.

2. Welches Designstück hat dich in letzter Zeit begeistert und warum?

Die Kollektionen von Cecile Bahnsen begeistern mich zutiefst. Jedes Jahr kooperiert das Team mit funktional orientierten Marken und kreiert Kollektionen, die Weiblichkeit und Funktionalität harmonisch verbinden. Diese Mode spricht für mich eine äußerst ästhetische und authentische Sprache. Die Grenzen verschwimmen, und genau das macht diese Marke für mich so einzigartig.

3. Wohin wird sich in deinen Augen Design in Zukunft entwickeln?

Unumgänglich: Kreislaufwirtschaft Viele Start-Ups setzen bereits seit Jahren auf die Entwicklung von Loop-Systemen, sowohl im Möbelbereich als auch in der Mode. Besonders in der Modebranche ist es entscheidend, den Fokus auf nachhaltige Praktiken zu richten, da diese Industrie riesig ist und einen erheblichen Beitrag zu einem umweltbewussteren Leben leisten kann.

4. Die BLICKFANG ist wichtig, weil…

…die Lernkurve bei der Entwicklung neuer Produkte erheblich steigt, wenn wir im direkten Kontakt mit unseren Kund*innen stehen. Die BLICKFANG bietet genau diesen Raum. Es geht darum, sich kennenzulernen, Netzwerke zu bilden, zuzuhören, neue Inspirationen zu erhalten und Synergien zu schaffen – das ist letztendlich das Ziel.

5. Welchen guten Rat würdest du jungen Designer:innen heutzutage mit auf den Weg geben?

Insgesamt sollte jeder seinen individuellen Weg entdecken. Dennoch empfehle ich, auf die eigene Intuition zu achten und im Austausch mit anderen zu bleiben, um gesellschaftliche Strömungen wahrzunehmen. Mode kommuniziert ständig und dieses Ausdrucksmittel sollte wieder verstärkt genutzt werden und als das gesehen werden.

Christine Zeine | Kommunikation & Marketing bei ahead media für H.O.M.E. & flair

Ihre Karriere startete Christine Zeine beim Deutschen Fachverlag, wo sie im Marketing für die Lebensmittel Zeitung und Horizont zuerst in Frankfurt am Main, danach für Sportswear International in Mailand tätig war. Durch ihre jahrelange Erfahrung im Verlagswesen und die Tätigkeit bei der Premium Group im Bereich Communications für verschiedene Modemesseformate sowie als Editor-in-Chief des Berlin Fashion Week Magazine gilt sie als Expertin für Markenkommunikation und -positionierung, Kollaborationen und Storytelling mit exzellentem Mediennetzwerk im Lifestylebereich. Aktuell verantwortet sie den Bereich Kommunikation & Marketing für die renommierten Lifestyle-Titel H.O.M.E. & flair bei ahead media GmbH in Berlin.

1. Was macht für dich gutes Design aus?

Gutes Design zeichnet sich dadurch aus, dass die Form der Funktion nicht nur folgt, sondern diese ausmacht und dabei Ästhetik, Form, Innovation und Langlebigkeit in sich vereint.

2. Welches Designstück hat dich in letzter Zeit begeistert und warum?

Das Regal von USM Haller, das ich als Schreibtisch/Sekretär im Home-Office nutze. Das modulare System macht einfach jede erdenkliche Kombination möglich und passt sich perfekt an aktuelle Gegebenheiten und die eigenen Wünsche an. Design, Funktion und Farbe in einem zeitlosen Designstück vereint.

3. Wohin wird sich in deinen Augen Möbel-Design in Zukunft entwickeln?

Es gibt sehr viele verschiedene Entwicklungen im Bereich Möbel-Design. Meiner Meinung werden aber besonders Faktoren wie Nachhaltigkeit, ressourcenschonende Verarbeitung, Qualität, Langlebigkeit und Funktion in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Da urbaner Wohnraum mehr und mehr zum Luxusgut wird und die Grenzen zwischen Wohnen, Arbeiten und Schlafen zunehmend verschwimmen, sollte Möbeldesign außerdem ein gewisses Maß an Flexibilität mitbringen, um sich wechselnden Gegebenheiten anzupassen.

4. Die BLICKFANG ist wichtig, weil…

… sich der Trend im Bereich Wohnen meiner Ansicht nach immer weiter zu Individualität und Persönlichkeit entwickelt. Weg vom uniformierten Einheitsstil hin zu einem eklektischen Mix aus Premiummarken, hochwertigen Designklassikern und Contemporary Design kombiniert mit Vintage-Möbeln, handgefertigten Werkstücken und besonderen Unikaten. Auf der Blickfang Designmesse findet man genau diese kleinen feinen wertvollen Fundstücke, die dem persönlichen Space die gewisse individuelle Note verleihen.

5. Welchen guten Rat würdest du jungen Designer:innen heutzutage mit auf den Weg geben?

Ich glaube, für Designer:innen ist es vor allem wichtig, die eigene Handschrift und den persönlichen Stil zu finden. Außerdem helfen ein weites interdisziplinäres Netzwerk und Kollaborationspotential als wichtige Grundlagen für Reichweite und Skalierung.  

Claus Krogmann | Gründer und CEO von Charles & Marie

Claus Krogmann ist Gründer und CEO von Charles & Marie, einer internationalen Online Plattform für hochwertige Design- und Lifestyleprodukte. Seit 2005 kuratiert er ein Sortiment unabhängiger Marken und macht diese für ein designaffines Publikum in Europa zugänglich. Zuvor war er unter anderem bei Vitra Deutschland sowie bei der Objektform GmbH und beriet mit Krogmann Consult Unternehmen im Designkontext. Mit seiner langjährigen Erfahrung an der Schnittstelle von Design, Marke und Handel bringt er eine fundierte Perspektive auf internationale Designtrends und Marktpotenziale mit.

1. Was macht für dich gutes Design aus?

Gutes Design ist der sichtbare Beweis, dass ein Mensch wirklich nachgedacht hat – über ein Problem, eine Lücke, eine bessere Lösung oder einfach über umwerfende Schönheit. Hinter jedem guten Produkt steckt eine Meinung, und genau dafür lohnt es sich zu bezahlen.

2. Welches Designstück hat dich in letzter Zeit begeistert und warum?

Nicht ein einzelnes Stück – sondern die Konsequenz: Apple über 50 Jahre, der Porsche 911, Braun unter Dieter Rams und seine Designprinzipien, der Eames Lounge Chair. Was diese Ikonen eint ist, dass sie nicht für einen Moment gemacht wurden, sondern aus einer Überzeugung heraus, die den Moment überlebt hat.

3. Wohin wird sich in deinen Augen Möbel-Design in Zukunft entwickeln?

Weg von der Wegwerfkultur, hin zu Stücken, die man bewusst kauft und behält. Die Gegenbewegung zu austauschbarem Massendesign wird kommen – und Handwerk, Material und Haltung werden wieder als das erkennbar, was sie immer waren: Qualitätsmerkmale.

4. Die BLICKFANG ist wichtig, weil…

...sie jungen Designern und Marken eine Plattform bietet, Meinungen und Feedback zu ihren - meist frühen - Produkt-Ideen einzuholen. Hier kann jeder Designer im direkten Dialog zu Endkunden und Design-Insidern wichtige Erkenntnisse für seine Arbeit gewinnen.

5. Welchen guten Rat würdest du jungen Designer:innen heutzutage mit auf den Weg geben?

Entwickle eine Haltung und hab den Mut, sie zu verteidigen – aber vergiss nie, dass Design erst dann zur Welt gehört, wenn es jemand kaufen kann. Die schönste Idee scheitert am Markt, wenn sie sich nicht rechnet. Verstehe Preise, Margen und Vertriebswege genauso gut wie Form und Funktion.

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