So schön ist unabhängiges Schmuckdesign!

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Wie wird man eigentlich Schmuckdesigner:in? Worauf sollte man beim Thema nachhaltiger Schmuck besonders achten? Und wie pflegt man seine Lieblingsstücke am besten?⁠ Genau diesen Fragen gehen wir hier im Interview mit dem Schweizer Schmucklabel kuvara auf den GrundWie wird man eigentlich Schmuckdesigner:in? Worauf sollte man beim Thema nachhaltiger Schmuck besonders achten? Und wie pflegt man seine Lieblingsstücke am besten?⁠ Genau diesen Fragen gehen wir hier im Interview mit dem Schweizer Schmucklabel kuvara auf den Grund.

Ich war eigentlich schon immer ein kreativer Mensch und habe mich sehr stark für Kunst interessiert. Ich habe dann überlegt, in welche Richtung ich studieren möchte und mir verschiedene Hochschulen angesehen.

Bei meiner Recherche bin ich schließlich auf den Studiengang Schmuck und Objekt Design an der Fakultät für Gestaltung in Pforzheim gestoßen. Der ideale Studienort, denn diese „Goldstadt“ ist mit seinen vielen Schmuckfirmen von der Galvanik bis zum Gießer, ein echtes „Mekka für Schmuckmacher:innen“.

In meinem Studium habe ich über den Objektteil zunächst viel frei und künstlerisch gearbeitet, beim Schmuckmachen allerdings gemerkt, dass ich mich dort besser fokussieren kann und mir besonders diese Liebe zum Detail sehr viel Spaß bereitet.

Schmuck ist auch etwas, das eng am Körper getragen wird und dadurch einen starken Bezug zum Menschen hat. Schmuck unterstützt die Menschen so in ihrer eigenen Expression, ist identitätsbildend – und das finde ich unfassbar spannend.

Die organischen Strukturen, die von der Natur inspiriert sind, aber auch das Wechselspiel zwischen Regelmäßigkeit und Irritation. Dadurch, dass ich alle meine Schmuckstücke selbst fertige, kann ich außerdem so lange an einem Schmuckstück arbeiten, bis es perfekt ist. So entstehen exklusive Unikate.

Ich arbeite mit ganz traditionellen Goldschmiede-Techniken, wie Sägen, Bohren, Fräsen, Löten, Schmieden, Gravieren und Gießen. Versuche allerdings diese klassischen Techniken immer wieder neu und innovativ zu interpretieren: Um beispielsweise durch unterschiedliche Gussmaterialien neue Oberflächenstrukturen zu schaffen oder durch 3D gedruckte Gussformen eine neue Ausgestaltung zu kreieren.

Auch beim Galvieren wird viel experimentiert. Hier habe ich sogar meine eigene Technik entwickelt und da das Endergebnis sich nicht immer vollständig kontrollieren lässt, wird so einmal mehr der Unikat Charakter von jedem Schmuckstück unterstrichen.

Ich produziere in einem Gemeinschafts-Atelier in Bern. Wir sind mehrere Selbständige, die ihren Platz dort haben, auch aus unterschiedlichen Sparten. Genau das gefällt mir daran: obwohl man man so alleine arbeitet, ist man nicht einsam und hat außerdem den Austausch mit Kreativ-Schaffenden.

Hauptsächlich verwende ich Edelmetalle, also mit 925 Sterling Silber und 14- oder 18- karätigem Gold. Dadurch, dass beide so weich sind, ist es sehr angenehm mit ihnen zu arbeiten. Außerdem haben beide Materialien eine Hochwertigkeit, die ich sehr schätze.

Bei mir ist es so, dass ich viel Silber aus Secondhand-Quellen beziehe. Auch meine Steine beziehe ich Secondhand, wenn sich große Firmen auflösen oder Inventur machen. Außerdem sammele ich alles, was bei der Produktion abfällt,wieder auf und schmelze es erneut ein. Für die Verpackung meiner Schmuckstücke setzte ich auf Papier statt Plastik.

Mein Trick ist es generell zu jedem meiner Händler:innen persönlich zu fahren um mir die Materialien vor Ort anzusehen. Auch als Konsument:in empfehle ich genau diese Fragen zu stellen: Welches Material wird verwendet? Woher kommt es? Wie und wo wird produziert? Wer fertigt das Schmuckstück?

Da ich viel und gerne mit abstrakten Formen arbeite, beziehe ich viele Inspirationsquellen von der Natur, Architektur und aus dem direkten Bezug zum menschlichen Körper. Ich entwerfe, ich zeichne, aber ich merk auch immer wieder, dass ich während des Fertigens viel feststelle, indem ich das Schmuckstück während des Prozesses immer wieder am Körper beobachte.

Mit der Asymmetrie möchte ich mich klar gegen die serielle Produktion stellen und diesen Standpunkt betonen. Es fügt sich zudem in mein natürliches, menschliches Konzept ein: Auch wir selbst haben mehr Facetten und nicht immer ist alles vorhersehbar.

Was mir besonders an asymmetrischen Ohrringen gut gefällt, ist dass es nochmal mehr den Unikats Charakter unterstreicht. Dadurch dass man nicht zwei identische Schmuckstücke trägt, sorgt man auch für einen gewissen Wow-Effekt, für Überraschung.

Mein liebstes Schmuckstück ist gleichzeitig auch das Herzstück meiner Marke: Die Asymmetrical Earrings

Ich muss zugeben oftmals finde ich die Gebrauchspuren an Schmuckstücken sehr charmant. Gerade bei Silberringen ist es ja auch so, dass sie mit der Zeit und der ständigen Reibung anfangen mehr zu glänzen.

Möchte man natürlich seine Schmuckstücke trotzdem gut pflegen sollte man vor allem eines vermeiden: Feuchtigkeit.

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